Mare beschreibt einen Augenblick der Erinnerung. Der alte Mann stand lange einsam am Strand, verharrte mit seinem Blick aufs Meer hinausgerichtet, reglos, als wäre er eine Hülle und die Gedanken, Erinnerungen die Füllung. Dann schritt er weiter, legte seinen Mantel schützend um seine Schultern. Der böige Wind wurde stärker und es wirkte, als zerrten die Erinnerungen an ihm, wie ein Schatten vergangener Jahre.
Das primäre Foto entstand an einem einfügen Fruhlingstag am Strand von Moledo im Norden Portugals. Der Wind war stark, man musste sich den Böen entgegen stemmen oder wurde leichtfüßig, je nach der Richtung, die man eingeschlagen hatte. Der alte Mann fiel mir auf, weil er sich als einziger gegen den Wind stemmte, sich mühsam seine Jacke anzog und wie eine verlorene Seele am Strand entlang zog. Das zweite Bild entstand Jahre später in einer Silvesternacht, fahles Laternenlicht, schemenhafte Gestalten unterwegs in der Nacht. Es bildet mit dem ersten Foto eine magische Symbiose.

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